Wie Indiens wachsender Bauchumfang die Wirtschaft schrumpfen lässt
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Fett ist nicht nur ein persönliches Gesundheitsproblem – es ist eine ausgewachsene Wirtschaftskrise. Premierminister Narendra Modis jüngster Hinweis in der Mann Ki Baat-Show auf Indiens steigendes Fettleibigkeitsproblem ist mehr als nur eine Gesundheitswarnung; es ist ein wirtschaftliches Alarmsignal. Und die Zahlen sind erschreckend. Im Jahr 2019 wurde die wirtschaftliche Belastung durch Übergewicht und Fettleibigkeit in Indien auf 28,95 Milliarden Dollar geschätzt, was 1 % des BIP entspricht, so die Daten des Global Obesity Observatory. Wenn sich die aktuellen Trends jedoch ungebremst fortsetzen, wird diese Zahl bis 2060 voraussichtlich auf 838,6 Milliarden Dollar ansteigen und 2,5 % des BIP ausmachen. Die im Juli letzten Jahres veröffentlichte Economic Survey 2023-24 warnte, dass Indien seine demografische Dividende nicht einfahren könne, wenn die Inder nicht fit werden. „Wenn Indien die Gewinne seiner demografischen Dividende einfahren will, ist es entscheidend, dass die Gesundheitsparameter seiner Bevölkerung in Richtung einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung übergehen“, heißt es in der Umfrage. Eine der wichtigsten gesundheitlichen Herausforderungen, auf die hingewiesen wurde, ist Fettleibigkeit. „Fettleibigkeit entwickelt sich zu einem ernsthaften Problem unter der erwachsenen Bevölkerung Indiens. Laut National Family Health Survey 5 (NFHS-5) ist der Anteil der von Fettleibigkeit betroffenen Männer in der Altersgruppe von 18 bis 69 Jahren von 18,9 Prozent in NFHS-4 auf 22,9 Prozent in NFHS-5 gestiegen. Bei Frauen ist er von 20,6 % (NFHS-4) auf 24,0 % (NFHS-5) gestiegen“, heißt es. Körperliche Inaktivität könnte ein Hauptgrund dafür sein. Hinzu kommt eine Ernährung, die zunehmend von hochverarbeiteten Lebensmitteln (UPFs) dominiert wird, und schon ist die Katastrophe vorprogrammiert. Was liegt auf Ihrem Teller? Das UPF-Problem Der Economic Survey 2024-25 hat in Bezug auf hochverarbeitete Lebensmittel Alarm geschlagen und strengere Vorschriften für Zucker, Salz und ungesunde Fette gefordert. Er schlägt vor, Warnhinweise auf Lebensmittelverpackungen anzubringen und die Vermarktung von Junkfood – insbesondere an Kinder – einzuschränken. Schulen, Krankenhäuser und öffentliche Räume könnten dazu angehalten werden, diese ungesunden Optionen zu beseitigen und gesündere Lebensmittel wie Hirse, Obst und Gemüse zu subventionieren. Laut einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Indian Council for Research on International Economic Relations (ICRIER) verzeichnete der indische Sektor für hochverarbeitete Lebensmittel von 2011 bis 2021 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 13,37 % beim Einzelhandelsumsatz. Daten aus der Household Consumption Expenditure Survey (HCES) 2022–23 zeigen, dass ländliche Haushalte etwa 9,6 % ihres Lebensmittelbudgets für verarbeitete Lebensmittel aufwenden, während städtische Haushalte etwa 10,64 % für diese Artikel ausgeben. Ein nationaler Plan zur Gewichtsabnahme? Trotz dieser Warnungen fehlt Indien eine zusammenhängende nationale Adipositas-Strategie . Obwohl es Richtlinien zur Verbesserung der Ernährung von Kindern und gefährdeten Gruppen gibt, fehlt ein umfassender Ansatz zur Bekämpfung von Adipositas in allen Altersgruppen. Experten sagen, dass die wirtschaftliche Belastung ohne dringende Maßnahmen untragbar wird. Der pensionierte Wissenschaftler Avula Lakshmaiah vom National Institute of Nutrition sagte gegenüber ToI, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen von Fettleibigkeit über die Behandlungskosten hinausgehen. „Der Verlust des Lebensunterhalts, Opportunitätskosten und die emotionale Belastung durch mangelnde gesellschaftliche Unterstützung tragen ebenfalls erheblich zu dieser wirtschaftlichen Belastung bei“, erklärte er. Der Weg in die Zukunft Bei Fettleibigkeit geht es nicht nur um die Gesundheit des Einzelnen – es geht um den nationalen Wohlstand. Wenn Indien seine demografische Dividende voll ausschöpfen möchte, ist eine fitte und produktive Belegschaft nicht verhandelbar. Die Wirtschaftsumfrage macht es deutlich: Wenn wir Fettleibigkeit jetzt nicht eindämmen, riskieren wir, unser wirtschaftliches Potenzial zu verpassen. Denken Sie also das nächste Mal daran, wenn Sie nach einer zusätzlichen Tüte Chips greifen oder sich entscheiden, ein Training ausfallen zu lassen – es steht nicht nur Ihre Gesundheit auf dem Spiel, sondern auch die Wirtschaft des Landes. Mit Beiträgen von Agenturen
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